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Skibindung einstellen

Die richtige Einstellung

Zunächst ist zu sagen, dass man eine Skibindung immer vom Experten einstellen lassen sollte, auch wenn es sich nur um vermeintlich kleinere Nachjustierungen handelt. Der rechtliche Aspekt im Falle eines Unfalls ist das eine, die technischen Voraussetzungen und das Know-how das andere. Dennoch ist es sinnvoll, sich als Fahrer auch selbst Gedanken um seinen Ski zu machen, denn das eigene Fahrverhalten kennt man selbst am besten und nur so kann man in Zusammenarbeit mit dem Fachmann aus dem Sportgeschäft eine ideale Bindungseinstellung finden. Man nimmt also das ganze Equipment, seine Skischuhe und Skier zur Ermittlung der Werte mit. Auch bereits eingestellte kann man überprüfen.

Verschiedene Berechnungsmethoden

Der Wert, der der Einstellung der Bindungen zugrunde liegt, ist der sogenannte Z-Wert, der auch auf der Skala auf der Bindung angezeigt wird. Es handelt sich um einen normierten Wert der in einer Tabelle nachzulesen ist, welche jedem Skiservice vorliegt. Die Berechnung erfolgt entweder über die deutsche Tibia-Methode oder über die amerikanische Gewichtsmethode. Bei der Tibia-Methode wird eine Stelle knapp unter dem Knie gemessen und die Dicke des Schienbeinknochens ermittelt, denn die Bindung muss auslösen, bevor der Schienbeinknochen bricht. Physikalisch formuliert will man also ermitteln, welches die maximale Krafteinwirkung ist, der der Scheinbeinknochen Stand hält, und wählt dann einen Wert unterhalb dieser kritischen Grenze. Bei der Gewichtsmethode wird ebenfalls anhand von Körpergröße und Gewicht ermittelt, welche maximale Belastung auf die Bindung einwirken darf, bevor sie auslöst, um einen Beinbruch zu verhindert.

Zusätzliche Faktoren für eine Bindungseinstellung

In die Berechnung des Z-Wertes fließen auch noch weitere Faktoren ein. Es wird zwischen männlichen und weiblichen Fahrern differenziert, die Sohlenlänge vom Skischuh wird in die Berechnung mit einbezogen und außerdem das Alter des Fahrers. Dies hat sportmedizinische beziehungsweise rein physikalische Hintergründe und spiegelt die Erkenntnisse aus jahrzehntelangen Unfallstatistiken wider. Es wird etwa berücksichtigt, dass Knochen im Alter leichter brechen, jüngere Skifahrer auch häufiger Fahrfehler begehen und so weiter. Hier sollte man also auf die Erfahrungswerte vertrauen, die die Sportwelt schon gesammelt hat.

Gesunde Selbsteinschätzung zum Finish

Bei der Einstellung wird dann außerdem in drei Fahrtypen unterschieden: Den Standard-Typ, den langsamen und passiven Fahrer sowie den schnellen und aggressiven Skifahrer, unterteilt in die Kategorien 1 bis 3. Wie der Name schon sagt, ist die Einstellung fast jeder Skibindung standardmäßig bei 2. Anfänger bekommen die 1, Profis die 3. Diese Angabe muss der Kunde bei der Einstellung verlässlich machen können und es schadet daher nicht, sich mit seinem eigenen Fahrverhalten auseinanderzusetzen. Denn Ski fahren macht keinen Spaß, wenn man sich selbst aus Vorsichtsmaßnahme zu passiv einschätzt und dann bei jedem kleinen Widerstand aus der Bindung fliegt, auch das kann ja mitunter Verletzungen nach sich ziehen. Vor allem aber sollte man sich auch nicht überschätzen, denn lieber einmal mehr gestürzt als einmal nicht die Bindung ausgelöst. Wie schätzt man sich also richtig ein, welcher Skifahrertyp bin ich?

Mit Kindern auf Nummer sicher

Kinder sollten grundsätzlich in die Anfängerkategorie eingestuft werden. Die kleinen Nachwuchstalente mögen unerschrockene Skifahrer sein, aber es fehlt ihnen doch die dauerhafte Erfahrung und Fahrfehler treten häufig auf. Gerade bei langen Skitagen lässt bei Kindern plötzlich die Konzentration nach, und auch wenn sie sich selbst sicher fühlen, passieren plötzlich Leichtsinnsfehler. Außerdem ist an dieser Stelle anzumerken, dass Kinder Stürze um ein vielfaches besser verkraften als Erwachsene. Vor allem ist aber zu beachten, dass Kinder schnell wachsen und innerhalb einer oder zwei Skisaisons an Größe und Gewicht deutlich zunehmen können. Es ist also zwingend notwendig, die Bindung mindestens einmal im Jahr anzupassen.

Selbstüberschätzung rächt sich

Ein kritischer Faktor ist die Tatsache, dass Fahrer ihr Können selbst beurteilen müssen. Hier ist ganz klar anzumerken: Gesundes Understatement gewinnt hier. Wer feststellt, dass die Bindung in Fahrsituationen von größerer Belastung unnötig auslöst, der kann im Zweifelsfall die Bindungseinstellung nachstellen (lassen!), aber in Kategorie 3 sollten sich tatsächlich nur Leistungssportler und Fahrer mit mehr als 30 Skitagen pro Saison vorwagen. Die Devise muss hier lauten: Sturz geht über Beinbruch!